Baumfällungen und Trinkwasserschutz

Baumstumpf Baumfällungen sind an der Tagesordnung.

Das Foto zeigt nur ein trauriges Beispiel der gängigen Praxis in Bruckmühl. Es mag ja sein, dass der ein oder andere Baum gefällt werden muss, aus welchen Gründen auch immer. Aber dann sollte wenigstens ein neuer gepflanzt werden. Bruckmühl ist bei der Unteren Naturschutzbehörde als die Gemeinde bekannt, die mit am meisten Bäume kappt. Wir wünschen uns einen viel sensibleren Umgang mit dem Thema und wollen unseren Beitrag dazu leisten.

„Trinkwasserschutz bleibt bisher auf der Strecke“

So lautet eine Überschrift in der Bayerischen Gemeindezeitung. Das Hauptproblem sind die steigenden Nitratkonzentrationen im Trinkwasser.  Umweltbundesamt und Wasserversorger schlagen Alarm. Als Hauptverursacher wird die Landwirtschaft gesehen. Obwohl die EU ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland eröffnet hat, fühlte sich das Bundeslandwirtschaftsministerium bislang nicht berufen, eine befriedigende Düngeverordnung mit tiefgreifenden Regelungen und Sanktionsmöglichkeiten zu erlassen, was die kommunale Wasserwirtschaft heftigst kritisiert.

Auch Bruckmühl ist betroffen. Hier herrscht ein Zweiklassensystem in der Wasserversorgung. Es wird gedüngt, was das Zeug hält! Während sich südlich der Mangfall die Nitratkonzentration auf einem akzeptablen Niveau hält, werden in großen Teilen der Nordseite Werte gemessen, die nahe an die erlaubte Obergrenze von 50 mg/l heranreichen. Unabhängig davon, dass auch dieser Grenzwert zu hoch ist (In der Schweiz werden Brunnen geschlossen, sobald 40 mg/l erreicht sind.), ist es nicht hinnehmbar, dass es in einer Gemeinde so gravierende Unterschiede in der Wasserqualität gibt. Die Gesundheit der Bevölkerung muss oberste Priorität haben, denn hohe Nitratkonzentrationen sind eine Gefahr sowohl für Säuglinge in den ersten Lebensmonaten* als auch für Menschen mit nicht intakter Darmflora. Außerdem deuten Untersuchungen darauf hin, dass die Jodversorgung der Schilddrüse gehemmt werden kann. Das Thema wird uns länger beschäftigen. Wir halten Sie auf dem Laufenden.

Nitratkonzentration:
Januar 2016: 40,4 mg/Liter.

* Babynahrung keinesfalls mit diesem Wasser zubereiten!

Text und Foto: Gabriele Hauser

Verwandte Artikel

Kommentar verfassen

Artikel kommentieren


* Pflichtfeld

Mit der Nutzung dieses Formulars erklären Sie sich mit der Speicherung und Verarbeitung Ihrer Daten durch diese Website einverstanden. Weiteres entnehmen Sie bitte der Datenschutzerklärung.